Emotionen erzählen mit Werkzeugen

Die großen und kleinen Helfer im kreativen Alltag. Sie machen einem das erschaffende Arbeitsleben leichter und sorgen für Nachschub an Ideen. Wie kommt ihr zu euren Einfällen? Ich bin immer an neuen Methoden interessiert und stelle sie gern hier vor.

Effektiv mit dem Notizbuch arbeiten

Notizen machen wir uns alle. Mal mehr, mal weniger nützliche. Es gibt Leute, die sind wahre Meister im Notieren, Strukturieren und Archivieren von Notizen. Und es gibt all die Anderen, die mehr Zeit mit dem Suchen verbringen, als mit der Notiz an sich. So erging es mir eine lange Zeit, bis ich mich ein weniger genauer damit auseinander gesetzt habe, wie man effektiv Notizen schreibt und verwaltet.

das Superbuch

Eines vorweg: Es gibt nicht die eine, effektivste Art, seine Notizen zu verwalten. Jeder muss für sich die Methode finden, die am besten zu einem selbst und zur Aufgabe passt, die sie erfüllen muss. Glücklicher Weise ist das Internet voll mit Tipps zu diesem Thema. Eine Strategie ist mir bei meiner Recherche besonders hängen geblieben: Das Superbuch von Burkhard Heidenberger. Unter diesem Titel beschreibt er in seinem Blog eine Methode, wie man effektiv ein Notizbuch führt. Ich habe die Methode in leicht veränderter Form ausprobiert und bin sehr zufrieden. Das ist meine etwas veränderte Version dieser Methode:

das NotizBuch strukturieren

Wer den Überblick in seinem Notizbuch behalten will, sollte sein Notizbuch ein wenig strukturieren. Folgende Bestandteile gehören für mich in ein gutes Notizbuch: 1) Der Nachsendungshinweis – falls es mal verloren geht. Direkt auf der ersten Seite sollte klar werden, wem das Notizbuch gehört und an welche Adresse es bei Verlust geschickt werden soll. 2) Seitenzahlen – so einfach und zugleich nützlich. Wenn jede Seite eine eigene Nummer bekommt, kann man zu jedem Eintrag Seitenzahlen anfügen, auf denen mehr zum Thema, Projekt oder Stichpunkt aufgeschrieben wurde – sogenannte Querverweise (Wikipedia). 3) Das Inhaltsverzeichnis – ohne Seitenzahlen wäre das gar nicht machbar. Das hilft wunderbar bei der Suche nach der jeweiligen Notiz weiter. Ein Inhaltsverzeichnis in einem Notizbuch zu führen, hört sich erst mal nach Mehrarbeit an. Es hilft aber tatsächlich weiter, wenn man vor allem ältere Informationen sucht. Da aber in der Regel keiner weiß, wie viel Platz man für das Inhaltsverzeichnis freihalten soll, kann man es alternativ einfach auf die letzte Seite verfrachten und quasi rückwärts arbeiten.

Foto der Metaspalte meines Notizbuches

Beispiel der Metaspalte

4) Die Metaspalte – notieren auf einem neuen Level. Ich messe vom Rand bis zur Mitte jeder Seite 2/3 ab und ziehe eine Trennlinie vertikal durch. Dadurch wird jede Seite in eine größere, äußere Spalte und eine kleinere, innere Spalte geteilt – die Metaspalte. In die größere Spalte trage ich die eigentliche Notiz ein, in die Metaspalte kommen alle möglichen Metadaten. Zum Beispiel:

 Datum    Schlagwörter    Symbole    Querverweise

Die Metaspalte hilft, mir die Notiz zeitlich einzuordnen oder auf einen Blick den jeweiligen Projekten zuzuordnen. Dank der Symbole kann ich schnell Adressen, Termine und ToDo-Listen wiederfinden. Eine gemalte Uhr beispielsweise könnte mir schnell einen Termin markieren, ein Briefsymbol notierte Kontaktdaten.

Notizen schreiben

Die Strukturierung des Notizbuches ist das eine Thema, die Notiz an sich ein ganz anderes. Ich habe im Internet verschiedene, teilweise sich wiedersprechende Ratschläge gefunden, wie man effektiv Notizen schreibt. Die einen raten dazu, so viel wie möglich zu notieren und dann Wichtiges hervorzuheben, die anderen empfehlen, sich am besten bereits beim Schreiben nur auf das absolut Wesentlichste zu beschränken. Meiner Meinung nach ist das eher eine Frage nach der Funktion der Notiz. Wer sich viel merken kann und nur hier und da eine Erinnerungsstütze braucht, der kommt sicherlich mit kurzen Stichpunkten wunderbar zurecht. Wer seinen Kopf leeren möchte, oder Informationen für eine längere Zeit vorhalten muss, dem werden Monate später kurze Stichpunkte nicht mehr weiterhelfen. Wem das Schreiben von Notizen nicht leicht fällt, für den hat Burkhard Heidenberger einen Tipp: Ihm half anfangs folgende Frage weiter, um zu checken, ob er sich etwas notieren sollte:

„Wie komme ich zu dieser Information, wenn ich sie jetzt nicht notiere, sie aber zu einem späteren Zeitpunkt schnell benötige?“

Na dann kann es ja mit dem Schreiben losgehen. Nach einigen Einträgen kommt man an einen Punkt, an dem man zu einer älteren Notiz etwas hinzufügen möchte. Für einen solchen Fall kann ich zwei Methoden empfehlen: Platz lassen – Diese Methode lohnt sich für alle, die oft zwischen verschiedenen Projekten oder Themengebieten im Notizbuch hin und her springen. Wenn man nach jeder Notiz genügend Platz gelassen hat, kann man dort später ohne Probleme weiterschreiben. Sobald man also etwas notieren möchte sucht man die jeweilige Seite zum Themenbereich und schaut, ob noch etwas Platz ist. Falls nicht, lässt man nach dem letzten Eintrag des vorangegangenen Themas etwas Platz und schreibt auf einer neuen Seite los. Am Ende hält man ein übersichtlicheres Notizbuch mit weniger Sprüngen zwischen den Themen in seinen Händen. Dafür muss man in Kauf nehmen, dass selten eine Seite komplett vollgeschrieben wird und somit nicht wenig Platz ungenutzt bleibt. Wer nur ein kleines Heft zur Verfügung hat, dem empfehle ich die zweite Methode.

Beispiel eines Querverweises

Querverweis-Beispiel

Querverweisen nutzen – Bei dieser Arbeitsweise schreibt einfach im Notizbuch kontinuierlich weiter und separiert die einzelnen Notizen lediglich durch große Querstriche. Möchte man auf einen älteren Beitrag Bezug nehmen, schreibt man in die Metaspalte die Seitenzahl, auf welcher der ältere Eintrag zu finden ist. An der älteren Notiz kann zusätzlich die Seitenzahl zum neuen Eintrag als Querverweis anfügen. Mit dieser Methode spart man viel Platz, wird aber schlimmsten Falls viel blättern müssen.

Freude am Schreiben

Notizen sollen Zeit sparen und Informationen speichern. Die besten Notizen machen zusätzlich noch Spaß. Das fängt schon bei der Wahl des Buches an. Es mach keine Freude, in einem Buch mit billig verarbeitetem Einband zu schreiben oder auf Papier, dass schnell einreißt. Hier zu investieren lohnt sich. Mein Notizbuch schmückt beispielsweise ein Echtledereinband, der sich wunderbar anfühlt. Noch dazu war es ein Geschenk, weshalb ich mich jedes Mal darüber freue, wenn ich es aus der Tasche hole. Auf dem Markt gibt es Notizbücher für jeden Geschmack. Wer bei der Wahl des passenden Buches geizt, begeht meiner Erfahrung nach einen Fehler. Schließlich wird man sehr viel Lebenszeit mit diesem Buch verbringen. Man trägt es nicht nur ständig mit sich herum; Viele Notizbuch-Autoren heben ihre Werke auch noch Jahrzehnte nachdem sie vollgeschrieben wurden auf. Wer sich hingegen regelmäßig über die billige Verarbeitung seines Notizbuches ärgert, wird es nicht lange nutzen. Genauso verhält es sich auch bei der Wahl des Schreibgerätes. Ein billiger Kugelschreiber versagt natürlich genau dann, wenn man im Stress unbedingt etwas Wichtiges festhalten muss. Das frustriert. Mit einem hochwertigen Stift möchte ich hingegen gar nicht mehr aufhören zu schreiben. Mich interessiert eure Erfahrung dazu. Wie schreibt ihr eure Notizen? Was haltet ihr von den hier vorgestellten Techniken? Wie schaut euer Notizbuch aus? Schreibt mir doch einen Kommentar dazu.

Quellen & weiterführende Links

 http://www.zeitblueten.com/das-schriftlichkeitsprinzip/

  http://www.notizbuchblog.de/2009/05/18/15-ideen-zur-nutzung-von-notizbuchern/

  http://www.zeitzuleben.de/2400-das-1-x-1-des-effektiven-notizmanagements/2/

  http://www.bulletjournal.com

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3 Comments

  1. Kennt jemand den Klarheit-Kalender, schaut mal hier http://www.klarheit.de. Die Struktur von dem Kalender hat mir total gefallen und mir richtig geholfen einen Kalender /Notizbuch richtig zu verwenden. Anders als andere Kalender wird man bei Klarheit erstmal gebeten, die eigenen Ziele festzulegen. Hatte ich ehrlich gesagt keinen Bock drauf, weil ich das immer super schwierig finde, hat sich aber mehr als ausgezahlt. Ich bin viel fokussierter in meinem Alltag. Während man Klarheit im Alltag nutzt, wird man mit monatlichen reviews immer wieder gebeten, den aktuellen Stand der gesteckten Ziele zu beschreiben. Sehr zu empfehlen.

  2. Pingback: Wer schreibt, der bleibt… | The Simple Guys

  3. Hallo:-) Die vorgestellten Techniken finde ich grundsätzlich gut. Als Ergänzung folgende Anregungen: Manchen Seiten braucht man immer wieder (z.B. Jahresterminübersichten). Die markiere ich durch kleine Klebemarkierungen, so sind sie schnell wiederzufinden. Auch im Notizbuch arbeite ich gerne mit Farben (z.B. für Thesen o.ä.).
    Mein Notizbuch sieht so aus: http://www.acar-europe.de/de/notizbuecher/werbeartikel,log
    Damit habe ich die „digitale“ Komponente in Form eines USB-Sticks gleicht mit dabei und bin für jede Eventualität gerüstet 🙂

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