Emotionen erzählen mit Köpfchen

Diese Rubrik ist die Sammelbox zum Blog. Hier stehen alle Entdeckungen, allgemeine Gedanken und Ideen zum Thema Emotionen erzählen. Habt ihr etwas gefunden, dass prima in diese bunte Sammelbox passen könnte? Ich schaue es mir gern an.

Prokrastinieren fördert Kreativität

Ja Freunde, wir können ausatmen. Endlich gibt’s eine Rechtfertigung für Prokrastination. Adam Grant spricht in seinem TED-Talk über Menschen, die aus der Reihe tanzen und ihr Ding durchziehen – so genannte „Originals“. Er untersuchte, was diese Menschen zum Erfolg führt und fand dabei diverse Zusammenhänge heraus:

Prokrastinieren fördert die Kreativität

Alle untersuchten „Originals“ vereint, dass sie prokrastinieren. Deshalb untersuchte Adam, welche Auswirkungen diese Herangehensweise an Projekte hat. Dabei fand er 3 Typen von Menschen heraus:

 die Pre-krastinierer, die schon Monate vor dem Abgabetermin ins Schwitzen kommen

 die durchschnittlichen Prokrastinierer, die den Druck einer Deadline brauchen, um produktiv zu sein

 und die chronischen Prokrastinierer, die die Deadlines nicht oder fast nicht schaffen, weil sie sich verzetteln.

© TED

Durchschnittliche Prokrastinierer sind am kreativsten – ©TED

Gerade die mittlere Gruppe stach durch die Entwicklung vergleichsweise vieler Ideen hervor. Offensichtlich hilft der Druck einer nahenden Deadline, konsequent an einem Problem zu arbeiten und dabei effektiv zu bleiben. Sonst driftet die Arbeit aber oder man verzettelt sich.

Mir stellt sich daraus die Frage, ab wann man zu viel prokrastiniert? Adam Grant geht darauf leider nur indirekt ein. Später im Video beschreibt er, wie „Originals“ etwas Zeit nutzen, um ihre Ideen zu testen. Wahrscheinlich liegt darin der Schlüssel, denn bereits im Artikel Spielraum für Fehler stellte ich fest, wie wichtig die Chance ist, Ideen testen bzw. ausprobieren zu können.

Zweifel und Angst

Im dem TED-Talk spricht Adam auch darüber, dass „Originals“ ebenfalls von Ängsten und Zweifel über ihren Projekten geplagt werden. Er hat einen ganz klaren Rat dazu: „Don’t let it go.“ Ignoriere sie nicht. Sie gehören dazu. Nutze sie. Hege Zweifel am Standard und suche nach für dich nützlicheren Herangehensweisen. Dazu nutzt er ein schönes Wort, dass ich euch nicht vorenthalten will: Ihr kennt doch Déjà-vus – also Ereignisse, die eigentlich unnormal sind, sich aber überraschend wiederholen. Seine Waffe gegen Zweifel nennt er Vujà-dé – also ein normales Ereignis überraschend anzugehen.

Da wäre noch die Angst vor dem Scheitern: Es gibt unendlich viele Beispiele von Wissenschaftlern oder Erfindern, die mehrmals scheiterten, bis sie endlich ihren Durchbruch hatten. Wenn sie nur ein einziges Mal ihren Ängsten vor dem Misserfolg nachgegeben hätten, hätten sie niemals ihr Ziel erreicht. Ängste machen vorsichtig und lassen uns Backups und Doppelte Böden in unsere Projekte einbauen. Doch sie können auch überhand nehmen und uns lähmen. Dann machen sie alles kaputt.

Prokrastiniert ihr auch oft, oder gehört ihr zur besonderen Gruppe der Pre-krastinierer? Könnt ihr seine Erkenntnisse bestätigen?

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