Emotionen erzählen mit Freunden

Ein gutes Gespräch unterhält. Die Interviews hier habe ich mit kreativen Freunden und Kollegen aus erschaffenden Gewerken geführt. Erzählt ihr auch gern Geschichten mit dem Ziel, bei euren Zuschauern, Lesern oder Hörern Emotionen entstehen zu lassen? Dann können wir ja mal darüber quatschen.

Fazit zur FilmStoffEntwicklung 2014

Ich war auf der Tagung zur FilmStoffEntwicklung 2014 unterwegs. Ein lohnendes Event für Film- und Fernsehautoren und -dramaturgen. Ich fasse hier für euch kurz meine Eindrücke zusammen und stelle ein paar der behandelten Themen vor.

Einmal im Jahr ruft der Verband für Film- und Fernsehdramaturgie e.V., kurz VeDRA, den Tag der Dramaturgie aus und veranstaltet dazu ein Event mit dem Titel FilmStoffEntwicklung. Die vorgestellten Themen machten mich neugierig. Zu meiner Überraschung traf ich dort zudem einige alte Bekannte aus aktuellen und vergangenen Projekten wieder. Allein das war schon wunderbar an sich. So vergingen die Pausen zwischen den Podiumsdiskussionen, Workshops und Vorträgen wie im Fluge, da ich immer wieder auf tolle Kollegen traf, mit denen es reichlich News auszutauschen gab. Mit Klatsch und Tratsch verschone ich euch hier mal und stelle euch statt dessen lieber die Module vor, die ich besuchte. Leider konnte ich mir nicht alle Vorträge und Diskussionen anschauen, da von den 15 Modulen immer 3 zeitgleich stattfanden. Hier kommt meine Auswahl:

Transmediale Wertschöpfungsmodelle am Beispiel Netwars

Der Titel schreckt ab, ich weiß. Für mich klang es trotzdem spannend, da ich darin eine Chance sehe, wie man gute Ideen gewinnbringend in Deutschland vermarkten kann. Ich war neugierig, wie es die Kollegen mit dem „Netwars“-Projekt geschafft haben. Leider wurde viel zu viel Zeit für die ausführliche Vorstellung des Projektes verbraucht, sodass die wirklich spannenden Aspekte nach meinem Geschmack zu kurz kamen. Jonas Witsch, Producer von Netwars, wollte leider auch nicht so recht bei den Publikumsfragen mit den gewonnenen Erfahrungen herausrücken.

Was würden sie heute anders machen? Womit hatten sie bei der Vernetzung des Stoffes zwischen Dokumentarfilm, E-Book, Webportal und Grafik-Novel Schwierigkeiten? Wie kann ich mit Erfolg transmedial den Wert meiner Stoffe ausschöpfen und damit Gewinn erzielen? Die Fragen bleiben offen. Schade. Ich wechselte den Raum mit einem leicht enttäuschten Gefühl.

Konfliktlösung in der Stoffentwicklung

Die ehemalige Produzentin Babette Schröder coacht heute Film- und Fernsehschaffende. Daher kennt sie aufkommende Konflikte in der Branche aus verschiedenen Standpunkten. Für mich gab es hier ein paar Basics zu lernen, denn auch als Redakteur bin ich Dienstleister und muss mit manchmal aufkommenden Konflikten umgehen können – sei es mit dem Kunde oder mit Personen in höheren Positionen. Meine Notizen dazu:

Wenn Kritik aufkommt, blocke sie nicht gleich ab, wie ein beleidigtes Kind, sondern finde heraus, was hinter der Kritik steckt. Was will dein Gegenüber damit bezwecken?

Sei konkret. Verallgemeinerungen sind Gift.

 Bleibe bei dir in deinen Formulierungen und äußere Kritik nicht an der Person dir gegenüber. Das wird natürlich immer persönlich genommen. Sage also nicht „Ihre Meinung ist quatsch.“ sondern lieber etwas in die Richtung „Ich kann ihre Meinung nicht nachvollziehen. Können Sie mir das an einem konkreten Beispiel genauer erklären?“

 Eine gute Vorbereitung auf ein Gespräch hilft Sackgassen zu vermeiden und liefert Argumente.

 Wenn es immer wieder zu Konflikten mit einer Person kommt, sammle Interessen und Argumente, die du mit deinem Gegenüber teilst. So findest du zwischen all dem Krach Gemeinsamkeiten, auf die ihr euch verständigen könnt. Schließlich wollen ja alle das Projekt nach vorn bringen, oder?

Ihr ahnt es schon; dieses Thema ist einfach riesig. Dementsprechend konnte dieser Workshop nur einen kleinen Ausblick auf das Thema Konfliktlösung geben. Für mich war es besonders interessant zu erleben, wie die Stimmung im Raum sehr angespannt, ja fast schon aufmüpfig war. Viele Autoren bzw. Dramaturgen meldeten sich mit konkreten Erfahrungsberichten zu Wort. Oft hörte ich Frust wegen der Ohnmacht gegenüber dem Kunden heraus. Da scheint es allgemein in der Branche Schwierigkeiten zu geben.

Wie geht ihr mit diesem Thema um? Wenn ihr für mich noch mehr Tipps habt, schreibt sie mir in die Kommentare.

Individuen und Typen

In diesem Panel stellte Prof. Jens Becker seine Entdeckung vor: das Enneagramm als Technik zur Kategorisierung von Menschentypen. Damit lassen sich Rollen glaubhaft entwickeln. Es ist ein Werkzeug für Autoren, dass recht schnell Ergebnisse produziert. Da ich seine DVD bereits zu Hause habe, war für mich dieses Modul eher eine Auffrischung. Ich bin von dem Konzept des Enneagramms durchaus angetan und werde es mal in einem eigenen Artikel hier genauer vorstellen.

Propensity Sorter

In diesem Panel stellte Martin Schabenbeck eine weitere Technik vor, mit der sich Charaktere glaubhaft erschaffen lassen. Sie bezieht sie bezieht sich auf den Myers-Briggs Typenindikator (Wikipedia). Diese Technik ist in den USA besonders im Personalwesen und in Unternehmensberatungen verbreitet. Damit werden Menschen in 16 Typen eingeteilt. Interessant an dieser Technik ist die Angabe von Entwicklungsmöglichkeiten der verschiedenen Charaktere. Wer mehr zu diesem Thema wissen möchte, der sollte mal MBTI googeln, oder etwas Geduld mitbringen, da ich darüber auch mal einen ausführlichen Artikel schreiben werde, sobald ich die Technik selbst ausprobiert habe.

Stoffentwicklung für improvisierte Filme

Sind improvisierte Filme der Tod für die Autoren? Nein. Natürlich brauchen Filme, in denen die Schauspieler ihre Rollen improvisieren, auch einen roten Faden, sonst ist die Gefahr groß, in langweiligen Darstellungen zu versumpfen. Das verdeutlichten auch die vorgestellten Projekte „Love Steaks“ von Jakob Lass und „Männer zeigen Filme & Frauen ihre Brüste“ von Isabell Suba. Ich bin kein Fan von Impro-Filmen, weshalb mich auch diese Projekte nicht vom Hocker rissen. Aber deren Umgang mit einem schlüssigen, roten Faden in der Geschichte lässt in mir den Eindruck entstehen, dass diese Filme unter den Impro-Filmen positiv hervorstechen – eben weil sie nicht alles gänzlich dem Zufall überlassen.

Fazit

Die FilmStoffEntwicklung 2014 war für mich eine gelungene Veranstaltung. Ich konnte für mich einiges mitnehmen und mich wunderbar mit Kollegen austauschen. Schade, dass erst 2016 der nächste Tag der Dramaturgie stattfinden wird. Ich freue mich schon jetzt darauf. Kommt ihr mit?

Weiterführende Links und Quellen

 Verband der Film- & Fernsehdramaturgie e.V.

 zum Enneagramm: Homepage von Jens Becker

 zum Coaching: Homepage von Babett Schröder

 Homepage des Filmes „Love Steaks“

 Kino.de zu Männer zeigen Filme & Frauen ihr Brüste

 

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