Tag 6 & 7 – ein Brainfuck-Moment, ein Genie und der Blick über den Tellerrand

Auch die vergangenen zwei Tage verbrachte ich wieder hauptsächlich mit Filme schauen. Da sonst nichts weiter Erzählenswertes passierte, schreibe ich nicht lange um den heißen Brei und komme gleich zu den Filmkritiken:
 

Filmkritik zu „Genius“

Darum geht’s 
New York in den Zwanzigerjahren. Der Lektor Max Perkins nimmt im Verlagshaus Scribner’s Sons zukünftige Schriftstellergrößen wie Ernest Hemingway oder F. Scott Fitzgerald erstmals unter Vertrag. Als ihm ein wildes, ungeordnetes 1000-Seiten-Manuskript des unbekannten Thomas Wolfe in die Hände fällt, ist er überzeugt, ein literarisches Genie entdeckt zu haben. Gemeinsam machen sich die beiden Männer daran, das Werk herauszubringen – ein schier endloser Kampf um jede Formulierung beginnt. Dabei kommen sich der sanfte Familienmensch Perkins und der exzentrische Autor Wolfe näher, argwöhnisch beobachtet von ihren Frauen. Als „Schau heimwärts, Engel“ zum durchschlagenden Erfolg wird, zeigt sich der Schriftsteller zunehmend paranoid. (von Berlinale.de)
 
Meine Einschätzung 
Als Buchautor kann ich bei diesem Film nur parteiisch sein. Er holt mich genau da ab und lässt mich bis zur letzten Minute nicht mehr los. Doch dieser Film lohnt sich nicht nur für Autoren; alle Künstler da draußen sollten sich diesen Film ansehen, denn er erzählt von der Kreativität und wie diese Dank all ihrer Unterstützer erst zum eigentlichen Werk wird. Obwohl dieser kreative Schaffensprozess sicherlich etwas zu schön dargestellt wird, sorgt er dafür, dass mir das Herz aufgeht. Dieses Werk gehört tatsächlich zu meinen Berlinale-Favoriten.
 
Sehenswert für…
  • Alle Künstler, besonders natürlich für Autoren
  • Kollegen, die Verzweiflung inszenieren wollen
 
 

Arri Genre Pitch auf der Genrenale

Mein Kollege Stefan gab mir den Tipp, mal einen Blick auf die Genrenale zu werfen. Dabei handelt es sich um ein kleines Festival, das parallel zur Berlinale stattfindet und sich besonders auf das Genrekino in Deutschland fokussiert. Falls ihr mehr darüber erfahren wollt, dann klickt mal auf genrenale.de .
 Arri-Genre-Pitch
Zurück zum Pitchevent: Während beim Event von Raindance am Wochenende die Teilnehmer nur 2 min reden durften, hatten sie dieses Mal im Schnitt 5 min Zeit zum Pitchen und durften sogar Bilder zeigen. Interessanterweise (mein Lieblingswort heute) wirkten die Pitches dank der Bilder spannender obwohl sie zum Glück nicht perfekt waren. Zum Glück deshalb, weil dadurch die Jury wichtige Tipps preisgab für bessere Pitches. Das war wunderbar lehrreich.
 

Filmkritik zu „Remainder“

Darum geht’s 
Ein Mann, ein schwarzer Rollkoffer, eine Straße. Plötzlich fällt etwas vom Himmel, trifft den Mann am Kopf und schickt ihn ins Koma. Kurz nachdem er aufwacht, ist er um 8,5 Millionen Pfund reicher – Schweigegeld, sagt sein Anwalt. Aber wofür? Erinnerungen an die Zeit vor dem Unfall hat der namenlose Protagonist, gespielt von Tom Sturridge, ohnehin nicht mehr. (von Berlinale.de)
 
Meine Einschätzung 
Die erste Zeit kann ich mit dem Helden mitfühlen und sein schräges Wesen akzeptieren, aber irgendwann schweife ich in Gedanken ab. Ich bin gelangweilt. Ich ertappe mich, wie ich auf den großen Showdown warte und warte und warte. Den gesamten Handlungsabschnitt mit dem Haus könnte man mMn streichen. Die Handlung wiederholt sich immer nur aufs Neue und trägt nicht zum Fortkommen der Geschichte bei. Schade, denn davon abgesehen gefällt mir auch einiges an diesem Film: gute Ausstattung, tolle Kameraarbeit, soweit ich es beurteilen kann, gefiel mir auch der Umgang mit dem Ton.
 
Sehenswert für…
  • alle Kollegen, die an Projekten mit einem Brainfuck-Moment arbeiten
  • Autoren, die in ihrem Drehbuch einen introvertierten, eigensinnigen, unberechenbaren Helden einbauen wollen
 
 

Filmkritik zu „Where to Invade Next“

Darum geht’s
Bisher brachten die Kriege den USA nicht gerade viele Vorteile. Deshalb will Michael Moore in seiner neuen Dokumentation das Ruder selbst in die Hand nehmen und für sein Land in andere Länder einmarschieren. Das soll ohne Waffen geschehen und am Ende will er etwas Wertvolles für sein Land erobern.
Da wäre beispielsweise das gute Essen für die Kinder in Frankreich, der Umgang mit Bänkern in Island, die Resozialisierung von Gefangenen in Norwegen uvm.
 
Meine Einschätzung
Michael Moore schafft es einmal mehr, ein wichtiges Thema lustig und unterhaltsam zu erzählen. Diesen Blick über die Ländergrenzen hinweg, kann man nur JEDEM Land wünschen. Das macht diesen Film auch für Nicht-Amerikaner interessant. Dabei Lobt er allerdings sehr einseitig die Länder und lässt die negativen Seiten aller Gesetze dieser Länder außer acht. Damit bietet er wiederum eine Angriffsfläche für Kritiker dieser Ideen. Als er Deutschland behandelte, war ich am Ende fast zu Tränen gerührt über seine Worte. Schaut euch diesen Film an!
 
Sehenswert für…
  • alle!
  • Menschen, die über den eigenen Tellerrand schauen
  • Fans amerikanischer Dokus
 
 
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