Tag 4 – Noteinsatz im Kinosaal, eine Abtreibung und prügelnde Jungs

Ist eigentlich schon mal jemand umgekippt, während ihr im Kino saßt? Rein statistisch gesehen müsste das ab und zu mal passieren. Schließlich befinden sich in so einem Kinosaal eine Menge Leute. Trotzdem kommt das selten nur sehr selten vor. Heute passierte genau das während einer Vorstellung.
 
Erst erklang 2x ein lautes Röcheln, als würde jemand schnarchen. Das soll ja durchaus mal vorkommen. Es lachten sogar einige Zuschauer darüber. Doch dann rief jemand nach einem Arzt. Sofort gab es Tumult. Leute kamen der rufenden Frau zu Hilfe. Andere riefen nach Licht. Kurz darauf ging das Saallicht an und der Film wurde angehalten. 
Es kamen zwar Leute mit einer Trage, aber ein Sanitäter mit entsprechender Kluft war nicht zusehen. Die alte Dame wurde abtransportiert.
 
Kurz darauf gab eine Angestellte im Saal Entwarnung: Sie schien ein Schwächeanfall zu haben. Es wird sich um sie gekümmert. Der Film mit dem Titel „24 Wochen“ kann weiterlaufen.
 

Filmkritik zu 24 Wochen

Darum geht’s

Astrid steht als erfolgreiche Kabarettistin im Mittelpunkt der Öffentlichkeit. Natürlich baut sie ihre Schwangerschaft auch in ihren Nummern mit ein. Spätestens als bei einem Routineultraschall festgestellt wird, dass das Baby neben dem Gendefekt Trisomie 21 auch noch einen Herzfehler hat, ist Schluss mit den Späßen. Diverse Meinungen prasseln auf die kleine Familie ein. Als ob das nicht schon hart genug wäre, lassen die neugierigen Medienvertreter nicht lange auf sich warten. Wird Astrid dem Druck standhalten können?

Meine Einschätzung
Dieser Film lässt sich mit einem Satz beschreiben: Ich war den Tränen nahe. 
Der Kameramann von „24 Wochen“

Friede Clausz, der Kameramann von „24 Wochen“

Das Thema geht unter die Haut und schlägt ein. Die Szenen sind gefühlvoll und sanft inszeniert. Dabei wird die Handlung sehr langsam erzählt, aber gerade noch so abwechslungsreich, dass mir nicht langweilig wurde. Ein oder zwei Hindernisse oder Überraschungen mehr hätten der Handlung aber bestimmt gut getan.
Ich habe mich besonders über die ostdeutschen Akzente im Film gefreut. Man hört sie leider so selten. Als Exil-Sachse geht mir da ein Herz auf.
 
Insgesamt fühlte ich mich gut unterhalten und emotional berührt. Deshalb kann ich den Film empfehlen. Unter meinen Lieblingsfilmen wird er aber nicht kommen. Er zeigt mir nichts, was ich nicht schon einmal gesehen habe, weder inhaltlich noch handwerklich.
 
Sehenswert für…
  • Zuschauer, die bedrückende Filme mögen
  • Interessenten an personenzentrierten Szenen
  • Menschen, die gerade KEIN Kind planen
 
 
An dieser Stelle möchte ich meine Kollegen von Duoscope.blogspot.de grüßen. Die Zwei bloggen über Filmklassiker und Indie-Perlen. Via Twitter hatten sie sich gewünscht, dass ich über diesen Film schreibe. Falls auch ihr Interesse an bestimmten Filmen habt, gebt mir gern Bescheid. 
 

Filmkritik zu „Quand on a 17 ans“ (being 17)

Darum geht’s
Damien und Thomas gehen zusammen in die gleiche Klasse. Sie lassen keine Möglichkeit aus, um sich zu prügeln. Als Thomas’ Mutter krank wird holt er die Ärztin im Ort, Damiens Mutter, zu Hilfe. Sie will die angeschlagene Familie unterstützen und sorgt dafür, dass Thomas für Monate bei ihr und Damien einzieht. Ab diesem Moment nimmt die Feindschaft zwischen den beiden eine Wendung.
 
Meine Einschätzung
Worum geht es eigentlich hier? Diese Frage habe ich mir mehrfach während des Filmes gestellt. Mir fehlte das Abenteuer. Der „Call to adventure“. Selbst das WANT des Helden bleibt lange unklar. Alle Ereignisse waren vorhersehbar. Dieser Film ist mehr eine Fallstudie, als Unterhaltung.

 

Der Grundaufbau der Handlung ist an sich ganz interessant strukturiert: Zwei verfeindete Jungs müssen zusammenleben und wandeln sich von Feinden zu Liebenden. Doch das allein reicht als Inhalt für einen Langfilm meiner Meinung nach nicht aus. Es braucht noch mehr Hindernisse, Feinde, Wendepunkte usw. All das fehlt in diesem Film.

 
Sehenswert für…
  • Alle, die in ihrem Projekt die erste Liebe eines Homosexuellen behandeln
  • Fans sanfter, unaufgeregter Erzählungen


 
 
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2 Comments

  1. Yay, Danke übrigens für Gruß und Bericht! Wir bleiben gespannt und sind nun ein bisschen schlauer. 🙂

    Mal schauen, ob es bald einen Starttermin gibt. 🙂

    P.S. Ich habe eine Weile im Kino gearbeitet – umgekippt ist da keiner, aber Erbrochenes gab es öfter mal! 🙂

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