Tag 1 – auf die Presse, fertig, los!

Ihr kennt sicher das Gefühl, wenn man etwas das erste Mal macht. Nachdem man über seinen Schatten gesprungen ist, mischen sich Freude für das Erreichte mit einer Skepsis vor dem, was da wohl neues kommen wird. Genau so schaue ich auf diesem Foto oben, kurz nachdem ich das magische Stück Plastik namens Presseausweis erhielt.

Dieses Jahr darf ich euch zum ersten Mal ganz offiziell als Pressevertreter von der Berlinale berichten. Mit diesem Ausweis darf ich für uns eine Menge Filme schauen und euch so quasi über Bande an dem Festival teilhaben lassen. Das manifestierte sich auch gleich in einem Wirrwar von – Für welche Filme bekomme ich Tickets, wenn ich nur Presse und nicht T-Presse bin? Wer kann man mir das W-LAN Passwort nennen? Ab welchem Zeitpunkt darf man über welche Filme berichten und wie kann ich diesem Kaffee-Angebot widerstehen? Ihr seht, für mich gab es heute Morgen als Neuer im Ring einiges zu klären.

Die Eröffnungsgala

Die Coen-Brüder begrüßen die Zuschauer.

Die Coen-Brüder begrüßen die Zuschauer.

Während ich letztes Jahr die Show am Fernseher verfolgte, konnte ich sie dieses Jahr gestreamt auf der großen Leinwand des Friedrichstadt-Palastes verfolgen. Diese Veranstaltung zu buchen war eine tolle Idee meines Kollegen Stefan, den ich hiermit dafür danken möchte, denn es hat sich gelohnt. 

Insgesamt wirkte für mich die Eröffnungsgala dieses Jahr irgendwie kleiner, aber dafür unterhaltsamer. Das geht auch dieses Mal wieder ganz klar auf das Konto von Anke Engelke. Sie macht einfach einen guten Job, Hut ab. Mein persönliches Highlight war ihr Schlag mit dem Mikro ins Gesicht von Lars Eidinger. Beide reagierten mit wunderbarem Charme auf dieses Versehen – unterhaltsam und sympathisch zugleich.

Normalerweise sieht man in dieser Show das Who-is-Who der deutschen Filmindustrie neben so manchem, geladenen, internationalen Star sitzen. Doch dieses Jahr musste ich überrascht feststellen, dass vergleichsweise wenig deutsche Prominenz gezeigt wurde. Wollte man dieses Jahr andere Schwerpunkte setzen, oder kamen schlicht zu wenige? So oder so, mir gefällt’s – und euch? Habt ihr die Eröffnungsgala gesehen? Wie hat sie euch gefallen?

Hail Caesar als Eröffnungsfilm

Darum geht’s

Hollywood, frühe Fünfzigerjahre. In einem der großen Filmstudios ist Eddie Mannix der Mann für alle Probleme im ganz normalen Alltagswahnsinn. Allerdings gibt es Tage, an denen auch er an seine Grenzen gerät. Als der Star des Monumentalschinkens „Hail, Caesar!“ entführt wird, die Dreharbeiten unterbrochen werden und ihm gleich zwei sensationshungrige Journalistinnen auf den Fersen sind, behält er die Nerven. Weitere Herausforderungen kommen auf ihn zu, und sie erfordern immer außergewöhnlichere Maßnahmen … (Auszug aus dem Berlinale-Programm)

Meine Einschätzung

Dieser Film ist schönstes Popcorn-Kino für alle, die von der Traumfabrik träumen. Dieses Fantasiebild wird in dem Film nicht nur gepflegt, sondern vor allem auch wunderbar mit vielen Kleinen Gags pointiert. Ich kann mir kaum einen besseren Eröffnungsfilm vorstellen, da hier die Branche auf so lustige, unterhaltsame Art romantisiert bzw. überhöht wird. Für mich setzt dieser Film damit eine unterschwellige Kritik an das Glamor-Bild unserer Zunft, ohne den Zeigefinger zu erheben. Hach wie schön. Werdet ihr ihn euch anschauen?

Für wen lohnt sich der Film?
  • für Fans von Filmklassikern
  • für Kollegen der Filmbranche
  • für alle, die auf romantisierende Bilder nahe am Kitsch stehen

Mit diesem großartigen Film ging mein erster Tag auf dem Festival zu Ende. Wenn ihr nicht erst auf die Nacht warten wollt, um mehr lesen zu können, empfehle ich euch meinen Twitter-Stream als @Heikos_Regie . Gute Nacht.

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