Berlinale (1) – aller Anfang ist schwer

Endlich ist wieder Berlinale-Zeit! Ich werde mir wieder jede Menge Filme und Podiumsdiskussionen anschauen und euch von meinen Erlebnissen auf dem größten deutschen Filmfestival berichten. In diesem Artikel erfahrt ihr, warum mein Berlinale-Start nicht so gut verlief. Außerdem präsentiere ich euch meinen Programmplan. Damit bekommt ihr schon jetzt einen kleinen Einblick, worüber ich die kommenden Tage schreiben werde. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und würde mich über Kommentare, Likes und Weiterleitungen freuen.

Dieses Jahr sollte alles glatt gehen. Endlich habe ich rechtzeitig meinen Berlinale-Urlaub eingereicht. Vorbei das ewige Anstehen nach Feierabend an der Kinokasse, weil natürlich alle reservierbaren Karten schon längst vergriffen sind. Das war zumindest der Plan – falsch gedacht.

Ich setzte mich also an meinem ersten Urlaubstag gemütlich an meinen Laptop, um meine Berlinale-Planung zu machen. Eines hatte ich natürlich nicht auf dem Schirm: man konnte schon Tage vor dem Start Karten für die ersten Filme reservieren. Die Vorstellungen der ersten Tagen waren deshalb schon ausverkauft. Das war ja sowas von klar. Also verbrachte ich meinen ersten Urlaubstag damit, mich online durch das gesamte Berlinale-Programm zu lesen und Karten ab Sonntag zu reservieren. Zugegeben – das ist ein schwacher Berlinale-Start.

Das Online-Angebot

Eines muss man der Berlinale lassen. Das Onlineangebot ist echt gut. Man kann sich zu allen Film und Veranstaltungen mit Hilfe von Bild, Text und manchmal auch mit Videoclips informieren. Außerdem gibt es einen Kalender, in dem man all seine Filme eintragen kann. Mit einem klick lässt sich außerdem alles in iCal importieren. Somit habe ich alle Infos auf meinem Handy und Laptop griffbereit – wie praktisch. Übrigens kann man sich die Tickets auch auf’s Handy holen via myPassbook. Ich werde es mal ausprobieren. Habt ihr damit schon Erfahrungen gesammelt?

Die Eröffnungsfeier

Jahr für Jahr werden alle deutschen Künstler mit Rang und Namen, sowie die Kollegen, deren Filme auf dem Festival laufen, zur Eröffnungsfeier eingeladen. Das ist durchaus eine große Sache für die Branche und toll, dass es so etwas gibt. Ich verfolgte das Spektakel im Fernsehen auf 3Sat. Falls ihr es verpasst haben solltet, kann ich euch beruhigen. Ihr habt nicht viel verpasst, denn irgendwie wirkte die Veranstaltung sehr verkrampft. Warum nur mutet man dem Publikum, also all den kreativen Köpfen unserer Unterhaltungsindustrie, gähnend langweilige Reden von Politikern zu? Das ist ja regelrecht peinlich. Müsste man nicht gerade der Unterhaltungsindustrie ein Vorbild sein und hochwertige Unterhaltung liefern? Statt dessen hat die Moderatorin Anke Engelke ihre Mühe, die Stimmung auf der Bühne trotz der teils sehr anstrengenden Gästen oben zu halten. Ich habe da durchaus großen Respekt vor ihrer Leistung. Hätte sie nicht durch den Abend geführt, würde das ganze Event zu einer verkrampften, altbackenen Show verkommen, gegen die „Wetten, dass…?“ modern wirkt. Die langweiligen Reden erwähnte ich ja bereits; aber auch die Einspieler waren keineswegs unterhaltsam. Es wurden zu kurze Ausschnitte aus kommenden Filmen gezeigt, sodass man sich überhaupt nicht auf ein Werk einlassen konnte. Hätten sie doch lieber weniger Filme gezeigt und diesen dann dafür mehr Raum gegeben. Schade.

Geht man allerdings nach der hiesigen Presse, sind die Kleider der eingeladenen Schauspielerinnen das Einzige, was an diesem Abend wirklich zählte.

die Eröffnungsfeier online in der 3Sat-Mediathek

Tag 2 – Ich werde krank

Na toll. Mein zweiter Urlaubstag beginnt und es passiert, was gern passiert. Ich werde krank. Gerade tippe ich diese Zeilen mit hohem Fieber, Husten und Kopfschmerzen. Na das nenne ich einen gelungenen Start. Wenigstens brauche ich mich so nicht darüber zu ärgern, dass ich für die ersten Tage keine Karten bekam. So könnte ich die Vorstellung keinesfalls wahrnehmen.

Tag 3 – es geht bergauf

Mir geht es schon besser. Fieber und Kopfschmerzen sind fast weg. Wenn es so weitergeht, bin ich morgen wieder voll da und kann endlich die Berlinale genießen. Drückt mir die Daumen.

mein Berlinale-Programm

Hier findet ihr mein persönliches Berlinale-Programm mit allen Filmen und Vorträgen, die ich in den kommenden Tagen besuchen werde. Sicherlich wird sich der eine oder andere Programmpunkt noch ändern. Zum Öffnen der einzelnen Tage könnt ihr einfach auf das Kreuz klicken.


Sonntag 8.02.

11:00 – Close-up Germany

Offizielle Beschreibung:
Interested in making films with German partners? German film funding organisations present their respective initiatives and objectives in supporting and promoting German cinema. Find out what would qualify your project to apply for funding through these organisations. With Frank W. Albers, Christine Berg, Veronika Grob and Mariette Rissenbeek. In cooperation with Medienboard Berlin-Brandenburg, Robert Bosch Stiftung, FFA and German Films.

Link zur Berlinale-Seite

15:30 – 14+

Offizielle Beschreibung:
Zärtlich streichelt Alex mit seinem Cursor über die geposteten Bilder von Vika. Seit er sie mit ihren Freundinnen gesehen hat, ist Alex völlig verknallt und denkt an nichts anderes mehr. Jetzt hat er Vikas Profil in einem Netzwerk gefunden und viel über sie in Erfahrung gebracht. Sie ahnt davon nichts. Und sie scheint unerreichbar für Alex zu sein, denn ihre Schule und ihr Wohnblock sind Feindesland für ihn. Trotzdem schleicht sich Alex in eine Disco an ihrer Schule und bittet Vika mutig um einen Tanz. Empört über den Eindringling verprügeln die anderen Jungen Alex. Doch der schlimme Vorfall hat sein Gutes: Vika tut die Sache leid, und sie meldet sich bei Alex. Zaghaft erwidert sie seine Gefühle. In heimlichen Treffen kommen sich Alex und Vika näher. Unsicher, denn jede Geste, jeder Satz und jede Berührung sind aufregendes Neuland. Sie haben Angst, etwas falsch zu machen, und machen alles richtig.
Der Film erzählt die ebenso turbulente wie berührende Geschichte einer ersten Liebe in einer endlos weiten Hochhausvorstadt. Wenn hier auch manches an „Romeo und Julia“ erinnert: Zuletzt sind die Liebenden nicht im Tod vereint, sondern im Leben.

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20:30 – Flocken

Offizielle Beschreibung:
In dem kleinen Dorf hoch im Norden Schwedens gehen die Menschen noch zur Kirche. Die Tage sind kalt und grau, aber jeder kennt jeden, und alle halten zusammen. Das klingt nach Idylle und Geborgenheit. Oder nach bedrohlicher Enge. Wie in dieser Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht.
Jennifer beschuldigt einen Schulkollegen, sie vergewaltigt zu haben. Polizei und Justiz behandeln den Fall nüchtern. Die Leute im Dorf wollen nicht wahrhaben, dass derartiges bei ihnen geschehen ist. Die Mutter des Jungen drängt Jennifer und ihren Sohn zu einer versöhnlichen Umarmung. Danach aber entfacht sie einen Shitstorm im Netz. Bald richtet sich der geballte Zorn des Dorfes nicht gegen den beschuldigten Jungen, sondern gegen Jennifer, die mit ihrer Aussage das Nest beschmutzt. Selbst der Pfarrer, Freundinnen und ihre eigene Schwester wenden sich gegen sie. Dabei haben die Dörfler nicht nur Jennifer, sondern auch den Rest der Familie im Visier. Ein Albtraum für das Mädchen und die wenigen, die ihm noch zur Seite stehen. Eindringlich zeigt der Film eine dramatische Entwicklung, bei der am Ende alle nur verlieren.

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Montag 9.02.

11:00 – How to win at checkers

Offizielle Beschreibung:
Die ärmlichen Außenbezirke von Bangkok sind eine Welt, in der man sehr früh lernt, erwachsen zu sein. Nach dem Tod beider Eltern leben der elfjährige Oat, seine kleine Schwester und sein älterer Bruder Ek bei ihrer Tante. Ek arbeitet in einer Stricher- und Transenbar und hat schon seit der Schulzeit eine Liebesbeziehung mit Jai, dem Sohn reicher Eltern. Diese ungleiche Liebe wird auf eine entscheidende Probe gestellt, als der jährliche Tag der Einberufung naht, an dem per Lotterie entschieden wird, wer zum Militärdienst muss und wer zu Hause bleiben kann. Der kleine Oat stiehlt beim Mafiachef der Gegend Geld, um damit den geliebten Bruder, den Ernährer der Familie, vom Militär freizukaufen. Das hat dramatische und traumatisierende Folgen.
Aus der Sicht des kleinen Bruders erzählt, wirft der Film einen erfrischend ungeschönten und unvoreingenommenen Blick auf ein eigentlich liebevolles Milieu, in dem jedoch die gesellschaftlichen Verhältnisse von Käuflichkeit, Korruption und falschen Idealen bestimmt sind.

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14:30 – Drama Series: Land of Endless Opportunities

Offizielle Beschreibung:
Legendary drama series writer, director and producer Matthew Weiner (Mad Men) has brought us stories that are as catchy as good ad campaigns and characters as deep as the bottom of Don Draper’s glass of whisky. This year a member of the International Jury, Weiner will share his rich experiences with shaping stories in the long run of a series and as a feature film director. In cooperation with European Film Market and Berlinale Co-Production Market.

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17:00 – Basic Trust: Growing Relationships with Actors

Offizielle Beschreibung:
Director Ursula Meier is known for the ability to create story worlds truly eye-to-eye with protagonists and actors of all ages. Presenting clips from Kacey Mottet Klein, Birth Of An Actor, which screens at this year’s Berlinale Generation, as well as excerpts from Home and Sister, Meier will grant insight into her intimate work on set with professional and non-professional actors. In cooperation with Berlinale Generation.

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Dienstag 10.02.

14:00 – Short Cuts

Offizielle Beschreibung:
Help, I’ve done a great short film! Producers, festival programmers and distributors, all passionately dedicated to the short form, talk about the different ways to present your short film. This panel will consider the reasons for and advantages of making a short, how to create a unique buzz and find the right presentation context and how to make the most out of your film through distribution, sales, festivals, etc. With Sabine Brantus, Laurent Crouzeix, Jukka-Pekka Laakso and Jan Naszewski . In cooperation with European Film Academy and Berlinale Shorts.

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Mittwoch 11.02.

17:30 – Kurzfilme kplus 3

Hier werden 6 Kurzfilme gezeigt, speziell für Kinder.


Donnerstag 12.02.

Bisher noch nichts geplant


Freitag 13.02.

19:30 – Preisverleihung und Vorführung der Preisträgerfilme 14+

Offizielle Beschreibung:
Verleihung der Gläsernen Bären durch die Jugendjury sowie der Preise der Internationalen Jury von Generation 14plus. Im Anschluss an die Zeremonie wird der von der Jugendjury ausgezeichnete Kurz- und Langfilm vorgeführt.


Samstag 14.02.

22:30 – Kurzfilmnacht des goldenen Bären

Ganze 15 Kurzfilme, die in den letzten Jahren auf der Berlinale gewonnen haben, werden hintereinander weg gezeigt.


Sonntag 15.02.

19:00 – Sangailė

Offizielle Beschreibung:
Tanzende Loopings und Pirouetten von Kunstfliegern elektrisieren die 17-jährige Sangailė. Aber sie hat Höhenangst und könnte sich nie in ein Cockpit setzen. Schweigsam und verschlossen verbringt sie den Sommer auf dem Land in der Ferienvilla ihrer Eltern und besucht so oft wie möglich die nahe gelegenen Flugshows. Dort begegnet sie Auste, die mit beeindruckender Selbstbestimmung und Phantasie ihren Alltag gestaltet. Austes offensive Unbefangenheit fasziniert Sangailė. Gemeinsam probieren die beiden Mädchen alles aus, was das Landleben zu bieten hat. Schnell kommen sie sich dabei näher. Als Sangailė Auste schließlich ihr intimstes Geheimnis entdecken lässt, empfindet sie eine ungewohnte Geborgenheit, aus der sie den Mut schöpft, ein erstes Mal zu fliegen.
In schwerelosen, lichtdurchfluteten Kinobildern fügt Alanté Kavaïté die isolierten Gefühlswelten zweier gegensätzlicher Mädchen zum Universum einer jungen Liebe. Einfühlsam und mit sinnlicher Intensität erzählt sie von tiefer Nähe, leidenschaftlicher Hingabe und labilen Kollisionen, von Verletztheit und Selbstvertrauen.

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22:00 – Vorführung der Preisträgerfilme Berlinale Shorts

Wer wohl dieses Jahr abräumen wird?


Seid ihr auch auf der Berlinale unterwegs? Wenn ja, was schaut ihr euch an und worauf freut ihr euch am meisten?

 

WEITERE BERLINALE-ARTIKEL:

Berlinale (2) – von Co-Produktionen, Jugendliebe und einer Vergewaltigung

Berlinale (3) – zwei Brüder, ein großer Autor und spielende Kinder

Berlinale (4) – die Festivalphase und Kurzfilme ohne Handlung

Berlinale (5) – ein Streichelzoo, ein nackter Norweger und politische Aktivisten

 

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